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ArbeiterInnen in der Bekleidungsindustrie Kambodschas
 
Die Bekleidungsindustrie ist nach Tourismus und Landwirtschaft die drittgrößte Branche Kambodschas und erwirtschaftet 90 Prozent der Exporterlöse. 70 Prozent der Bekleidungsproduktion gehen in die USA; die EU mit Bekleidungsmultis wie H&M und Zara ist der zweitgrößte Abnehmer. Geschätzte knapp 400.000 Menschen sind in der Bekleidungsindustrie Kambodschas beschäftigt, davon ca. 90 Prozent Frauen; noch einmal etwa halb so viele sind indirekt von ihr abhängig.
 
Ausgehend von Protesten gegen zu niedrige Löhne kam es im Dezember 2013 zum bisher größten Streik in der Geschichte Kambodschas und zu Massenprotesten. Angefangen hatte der Streik in den Bekleidungsfabriken, bald hatten sich Lehrerinnen, Taxifahrer und andere angeschlossen. Anfang Januar 2014 legten 500.000 die Hauptstadt Phnom Penh für mehrere Tage lahm. Auf dem Höhepunkt des Streiks waren laut Schätzung der Gewerkschaften mehr als die Hälfte aller (!) FabrikarbeiterInnen der kambodschanischen Bekleidungsindustrie an Streikaktionen beteiligt. Auch viele oppositionelle Kräfte schlossen sich den Protesten an. Am 4. Januar wurde der Protest gnadenlos zusammengeschossen. Bilanz: Fünf Tote, zahlreiche Verletzte, Hunderte kurzfristige Festnahmen und 21 AktivistInnen dauerhaft im Gefängnis, unter Ihnen der Vorsitzende der Fahrergewerkschaft und der Sprecher der des Landarbeiterverbandes.
 
Mit der brutalen Zerschlagung der Proteste hatten die alten regierungstreuen Kräfte der beginnenden Entwicklung neuer Alternativen durch die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung sowie die Demokratie- und Menschrechtsbewegung ein jähes Ende gesetzt. Die Unterdrückung dieser Bewegungen wird inzwischen durch neue Gesetze, die den Aktivitäten von Gewerkschaften und anderen sozialen Organisationen sehr enge Grenzen setzen, immer weiter zementiert. Der Streik und seine Folgen sind ein exemplarisches Beispiel dafür, warum nicht ausreicht, wenn ein Staat ein gutes Arbeitsrecht verfasst und brav ILO-Konventionen ratifiziert. Das allein nützt den Beschäftigten gar nichts.
 
Ein menschenwürdiger Lohn
 
Gewerkschaften in der "jungen Markwirtschaft"
 
Viele der Zustände in den Fabriken der Produktionsländer verstoßen gegen geltendes Recht. Dessen Existenz allein hilft den Beschäftigten also nicht - ebenso wenig wie einseitige Goodwill-Aktionen der multinationalen Abnehmer zur Image-Pflege.
Das einzige, was den Beschäftigten wirklich hilft, ihre Rechte gegen unwillige Arbeitgeber und untätige Behörden durchzusetzen, ist die Möglichkeit, sich in unabhängigen Gewerkschaften ihrer Wahl zu organisieren !